Wir engagieren uns weiter! Wir als Bürgerinitiative werden nicht schweigen, sondern auch weiterhin versuchen, uns Gehör zu verschaffen.


Mit Beschluss vom 10.02.2021 haben Weimars Stadträte entschieden, die der Stadt Weimar gehörende Fläche im Merketal wie geplant an die LEG zu verkaufen. Die Realisierung eines weiteren Bauprojektes enormen Ausmasses mit einem Flächen-Neuverbrauch von zahlreichen Hektar und seinen negativen Folgen für Mensch und Natur in unserer Stadt rückt damit einen Schritt näher.

Diese Entscheidung enttäuscht uns sehr.  Ebenso sind wir fassungslos über die Art und Weise, wie große Teile der von uns gewählten Stadträte im Vorfeld mit unserem Engagement als Bürgerinitiative umgegangen sind. Ein Brief an den Oberbürgermeister wurde nicht beantwortet und einen offenen Diskurs über das Projekt hat lediglich die Fraktion B90/Die Grünen mit uns geführt. Wir haben den Eindruck, dass die Stadtspitze es tunlichst vermeiden möchte, dass unsere Informationen und kritische Nachfragen an eine breitere Öffentlichkeit gelangen.

Nach wie vor sind wir der Meinung, dass die Stadt Weimar mit einer Baugenehmigung für das Gebiet Merketal II einen umwelt- und klimapolitisch nicht wiedergutzumachenden Fehler begeht. Die nachteiligen Folgen, die wir sehen, hatten wir auf unserer Website bereits detailliert beschrieben. Der von Wissenschaftlern geforderte und von vielen (Landes-)Regierungen auf der Agenda stehende Schutz von Umwelt, Natur und Klima kann nur gelingen, wenn auch bei uns vor der Haustür ein Umdenken stattfindet.

Die CDU-Fraktion fordert, den Naherholungswert der Stadt Weimar zu steigern. Dafür soll ein Konzept erarbeitet werden. Es soll eine Zählung der Kleingärten erfolgen, da es in der Stadt zu wenig davon gibt. Als weitere Forderung haben wir den Vorschlag gelesen, dass Blühstreifen zum Insektenschutz angelegt werden sollen. B90/Die Grünen unterstützen aus Gründen des Umwelt- und Naturschutzes die Initiative, das EOW-Gelände zu renaturieren.  Der Oberbürgermeister pflanzt Bäume auf der Marienhöhe und betont deren Wichtigkeit für ein gesundes Stadtklima sowie die Notwendigkeit weiterer "Kraftanstrengungen, um diesen Schatz angesichts des Klimawandels zu bewahren."

Wie können die gleichen handelnden Personen dann auf der anderen Seite damit einverstanden sein, dass ein so grosser Naturraum wie das Merketal ebenfalls unter Beton verschwindet, obwohl bereits jetzt riesige Bauvorhaben in der Stadt im Gange sind ? Das Merketal ist unserer Meinung nach wie geschaffen dafür, all die oben genannten Ziele zu vereinen und das mit relativ kleinem Aufwand. Wenn zu wenig Kleingärten vorhanden sind - lasst uns das Gebiet für Kleingärten umnutzen. Der Naherholungswert kann somit ohne großen Aufwand enorm gesteigert werden. Pflanzt Bäume, legt Streuobstwiesen an - die Tierwelt wird sich freuen, die Versorgung mit Sauerstoff verbessert die CO2-Bilanz. Die Kosten für Rückbau von Gebäuden auf dem EOW-Gelände könnten eingespart werden. Man muss sich keine Gedanken mehr über Immissionen, Verkehrskonzepte, jetzt nicht bezifferbare Nachfolgekosten und das schlechte Image von Merketal II machen.

Diese Idee umzusetzen, wäre ein ehrliches und zukunftsweisendes Bekenntnis der Stadt Weimar zu Klimaschutz und Nachhaltigkeit, der die Bürger von der Ernsthaftigkeit der Aussagen der Stadtfraktionen zu diesem Thema hervorragend überzeugen und sicher auch überregional Aufmerksamkeit auf sich ziehen würde. Nicht zuletzt wird es Einfluss auf das Verhalten der Bürger bei kommenden Wahlen haben.

Wir fordern daher die Stadträte von Weimar auf, die Notbremse zu ziehen, solange noch Zeit dafür ist.

Wir als Bürgerinitiative werden nicht schweigen, sondern auch weiterhin versuchen, uns Gehör zu verschaffen.

 

Ein Zitat von John Lennon aus "Imagine" fällt uns in diesem Zusammenhang ein:

"You may say I´m a dreamer, But I´m not the only one..."

 

 
 
 

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