Fakten und Hintergründe
Die Stadt plant einen Workshop zur Erarbeitung der Aufgabenstellung für einen städtebaulichen Wettbewerb am 7.2.26
Am 07.02.2026 möchte die Stadt Weimar einen Workshop zur Erarbeitung der einer Aufgabenstellung für einen städtebaulichen Wettbewerb zur Bebauung des Merketals veranstalten. Wir erhielten dazu eine Einladung für vier namentlich zu benennende Personen. Unser Anwortschreiben ist hier als PDF veröffentlicht.
Brief an die Stadt Weimar zur Stadtklimaanalyse
Nebenstehend veröffentlichen wir unseren Brief an die Stadt Weimar vom 2.12.2025.
Weiterlesen … Brief an die Stadt Weimar zur Stadtklimaanalyse
Stadtklimaanalyse weist gravierende Mängel auf und ist als Planungsgrundlage ungeeignet
Am 26.11.2025 wurde die von der Stadt erstellte Klimafunktionsanalyse in einer Informationsveranstaltung den Bürgerinnen und Bürgern im Merketal vorgestellt. In der von über 200 interessierten Personen besuchten Veranstaltung wurde viel Kritik sowohl an der neuen verkehrstechnischen Untersuchung (VTU) aber insbesondere an der Klimafunktionsanalyse geäußert – sehr viele Fragen blieben offen bzw. konnten auch von den Gutachtern nicht beantwortet werden.
Die Bürgerinitiative hat dies zum Anlass genommen, sowohl der Stadtspitze als auch der Verwaltung noch einmal die zentralen Kritikpunkte gegen die vorgestellte Klimafunktionsanalyse in einem Schreiben zu benennen (Brief vom 2.12.2025)
Klimafunktionsanalyse als Planungsgrundlage:
Die Klimafunktionsanalyse soll Grundlage für künftige zu treffende weitreichende Entscheidungen auch zu Bau- und Entwicklungsmaßnahmen in Weimar sein.
Die Modellergebnisse und die daraus resultierenden Klimakarten (Klimaparameter-, Klimaanalyse- und Planungshinweiskarte) sollen Aufschluss über die klimatische Situation in der Stadt geben. Mit Hilfe der Klimakarten soll sich für übergeordnete Planungen oder konkrete Projekte der lokale Handlungs- oder Schutzbedarf einschätzen und ableiten lassen. Ziel ist es, die Stadt Weimar auch zukünftig als lebenswerten Raum für die Bewohner zu erhalten. Demnach gilt es, in hitzebelasteten Gebieten durch Maßnahmen zur Hitzeminderung das Lokalklima zu verbessern und in weniger belasteten Gebieten ein funktionierendes klimatisches System zu erhalten. (vgl. https://stadt.weimar.de/datei/anzeigen/id/82111,48/klimaanalyse_weimar.pdf)
Kritikpunkte:
Eine objektiv-kritische Durchsicht der uns vorliegenden Stadtklimaanalyse (Langfassung) zeigt, dass die Stadtklima-analyse so gravierende Mängel aufweist, dass sie als Planungsinstrument und als Entscheidungsgrundlage für Maßnahmen mit Auswirkungen für die nächsten 20 Jahre und darüber hinaus in der vorliegenden Form unbrauchbar ist. Denn:
- Das von der Stadt Weimar vorgegebene Klimawandelszenario mit einer Temperaturzunahme von nur 1,9 Grad bis zum Jahr 2045 ist völlig unrealistisch, da die Temperaturzunahme allein in den Jahren 2022 bis 2024 schon z.T. weit über 2,0 Grad gegenüber dem Referenzzeitraum lag und eine weitere Temperaturzunahme in den nächsten 20 Jahren aufgrund des Klimawandels eintreten wird.
Realistisches Klimasignal als Grundlage des Zukunftsszenarios
Der Thüringer Klimabeirat hat am 20.8.2024 an alle in Politik und Verwaltung verantwortlichen Personen und Parteien folgenden Apell gerichtet: „Thüringen ist eine der am stärksten vom Klimawandel betroffenen Regionen Deutschlands. Die Auswirkungen dieses Klimawandels gefährden unsere Gesundheit, den Wohlstand und Sicherheit. Extreme Hitze, Starkregen, Hagelstürme, ausgedehnte Dürren, Wasserknappheit, Waldbrände, Überschwemmungen, Schlammströme, Hangrutschungen, Ernteausfälle: Die Folgen des menschengemachten Klimawandels zeigen sich auch und insbesondere in Thüringen. Ambitionierte und effektive Anpassungsmaßnahmen sind erforderlich, damit sich die Situation nicht verschlechtert.“ (https://www.uni-erfurt.de/fileadmin/ einrichtung/institute-for-planetary-health-behaviour/AppellKlimaratLandtagswahl Thueringen2024.pdf)
Für Weimar macht sich der Klimawandel schon jetzt wie folgt bemerkbar:
- Der Klimawandel in Weimar wird zu einer Temperatursteigerung in der Stadt um mindestens + 2,7 Grad allein bis zum Jahr 2050 führen (Quelle: Klimainformation des Thüringer Landesamtes für Umwelt, Bergbau und Naturschutz aus dem Jahr 2023).
- Ab dem Jahr 2037 wird ein Jahr wie das „Hitzejahr“ 2019 Durchschnitt sein.
- Im Jahr 2024 gab es in Weimar bereits 56 Sommertage (mindestens 25°C) – im Durchschnitt der Jahre 1961 bis 1990 waren es lediglich 28.
- Im Jahr 2024 gab es in Weimar bereits 19 Hitzetage (über 30°C) – im Durchschnitt der Jahre 1961 bis 1990 waren es lediglich 4.
Die von der Stadt Weimar in Auftrag gegebene Klimafunktionsanalyse legt jedoch realitätsferne (von der Stadt vorgegebene) Daten zugrunde – so die Aussage der Gutachterin Frau Dr. Burmeister in der Sitzung des Bauausschusses vom 11.3.2025 unter TOP 3): Die Vorgabe der Stadt für das in der Stadtklimaanalyse enthaltene Zukunftsszenario war, lediglich von einem Temperaturanstieg in Weimar von nur + 1,9° C bis zum Jahr 2045 auszugehen. Dieser Wert weicht jedoch erheblich von den Prognosen des TLUBN (+ 2,7° C bis 2050) sowie anderer Wissenschaftseinrichtungen ab. Und diese Vorgabe für den anzunehmenden Temperaturanstieg bis zum Jahr 2045 weicht auch erheblich von den bereits aktuell und in den letzten Jahren in Weimar gemessenen Temperaturanstiegen gegenüber der Referenzperiode ab. Bereits die Jahre 2022, 2023 und 2024 lagen mit gemessenen tatsächlichen Werten von + 2,1° C bis + 2,8° C gegenüber dem Vergleichswert der Referenzperiode für den langfristigen Klimawandel von 1961 bis 1990 erheblich über dem von der Stadt „vorgegebenen“ Wert von nur + 1,9° C für das Jahr 2045 (siehe Pressemitteilung des TLUBN vom 8.1.2025 „2024 war auch in Thüringen das wärmste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen“ - https://tlubn.thueringen.de/medieninformationen-einzelansicht/2024-war-auch-in-thueringen-das-waermste-jahr-seit-beginn-der-aufzeichnungen).
Das unten stehende Schaubild des DWD (Deutscher Wetterdienst) verdeutlicht den rasanten Temperaturanstieg in den letzten Jahren (bis zum Jahr 2024) und unter-streicht, wie realitätsfern die Vorgabe der Stadt Weimar für den Temperaturanstieg bis zum Jahr 2045 mit lediglich plus 1,9 Grad ist.
- Es fehlt in der Analyse ein zweites Klimawandelszenario (Szenario mit starkem Klimawandel - RCP 8.5 oder SSP 7.0) mit realistischen und die tatsächlichen Entwicklungen bei der Temperaturzunahme abbildenden Annahmen – z.B. Temperaturzunahme von ca. 3,0 Grad bis zum Jahr 2045 (weiterlesen - Verweis auf nächste Ebene).
Weiteres Klimawandelszenario erforderlich
Im Gegensatz zu den Stadtklimaanalysen anderer Städte, die ebenfalls die Firma GEO-NET beauftragt haben, gibt es in der Stadtklimaanalyse für Weimar nur ein Zukunftsszenario – mit einer unrealistischen Vorgabe des Temperaturanstiegs bis zum Jahr 2045 von nur + 1,9 Grad.
Warum dies so ist, ist nicht bekannt: Kostenersparnisse oder die Angst vor den Ergebnissen eines weiterhin starken klimabedingten Temperaturanstiegs in den kommenden Jahren/Jahrzehnten als mögliche Gründe dürfen jedoch nicht akzeptiert werden.
Eine Stadtklimaanalyse mit einem zweiten Klimawandel-Szenario und einem starken Klimawandelsignal (Grundlage RCP 8.5 oder SSP 7.0) ist zwingend erforderlich, da nur dadurch Aussagen und Ableitungen möglich werden, die eine Fortschreibung der aktuellen klimawandelbedingten Temperaturanstiege berücksichtigen.
Gerade aus diesen Gründen haben z.B. die Städte Gütersloh, Augsburg, Göttingen, oder Münster jeweils mindestens zwei Szenarien (davon eins mit einem starken Temperaturänderungssignal) in ihren Stadtklimaanalysen beauftragt.
- Die Stadtklimaanalyse muss um ein zweites Szenario mit einem starken Klimaänderungssignal auf der Grundlage des RCP 8.5 oder SSP 7.0 beauftragt werden. Nur so werden auch die für weitreichende Entscheidungen notwendigen und erforderlichen Informationen zu den möglichen Auswirkungen des Klimawandels in zwei unterschiedlichen Varianten vorliegen. Die von der Stadt Weimar vorgegebene einzige Variante in der vorliegenden Stadtklimaanalyse erweist sich schon heute als „überholt“ und als Entscheidungsgrundlage unbrauchbar.
- Die in der Stadt Weimar und seiner Umgebung vorhandenen klimatischen Ausgleichsräume mit sehr hohem Schutzbedarf (in der Planungshinweiskarte dunkelgrün dargestellt) wurden nur unzureichend beachtet und die höchste Schutzkategorie („sehr hoher Schutzbedarf“) wurde im Gegensatz zu Stadtklimaanalysen der Firma GEO-NET für andere Städte (z.B. Leipzig, Braunschweig, Kehl, Kaiserslautern, Neumünster) „aufgeweicht und verwässert“ (weiterlesen - Verweis auf nächste Ebene).
Ausgleichsräume mit sehr hoher Schutzwirkungen dürfen nicht beeinträchtigt werden
Zentrales Element der Stadtklimaanalyse ist die Planungshinweiskarte, die gemäß VDI-Richtline 3787 „eine informelle Hinweiskarte darstellt, die eine integrierende Bewertung der in der Klimaanalysekarte dargestellten Sachverhalte in Hinblick auf planungsrelevante Belange enthält.“ (so der Abschlussbericht auf Seite 85).
Ein Bestandteil der Planungshinweiskarte sind die dargestellten „Ausgleichsräume“, die in fünf unterschiedliche Bedeutungsklassen – in Abhängigkeit von ihrer jeweiligen bioklimatischen Schutz- und Bedeutungsfunktion – aufgeteilt wurden. In Verbindung mit Kaltluftleitbahnen stehende Grünflächen erhielten eine „sehr hohe Bedeutung“ und einen „sehr hohen Schutzbedarf“ und sind in der Planungshinweiskarte dunkelgrün dargestellt.
Ein massiver Kritikpunkt an der vorliegenden Stadtklimaanalyse und der Planungshinweiskarte ist, dass die Planungshinweiskarte auch für die ausgewiesenen Grün- und Freiflächen mit einem sehr hohen Schutzbedarf eine Bebauung bzw. bauliche Eingriffe zulässt („negative Auswirkungen auf angrenzende Siedlungsflächen sollen lediglich vermieden werden“). Dieses Herangehensweise und Bewertung der Ausgleichsräume mit sehr hohem Schutzbedarf weicht jedoch erheblich von der Herangehensweise und der Bewertung dieser Flächen mit sehr hohem Schutzbedarf in den auch von der Firma GEO-Net erstellten Stadtklimaanalysen/Planungshinweiskarten anderer Städte ab:
- In der Stadtklimaanalyse/Planungshinweiskarte der Stadt Leipzig sind die Ausgleichsflächen mit sehr hohem Schutzbedarf „von Bebauung freizuhalten“.
- In der Stadtklimaanalyse/Planungshinweiskarte der Stadt Braunschweig sollen in Ausgleichsflächen mit sehr hohem Schutzbedarf „bauliche Eingriffe gänzlich vermieden werden“.
- In der Stadtklimaanalyse/Planungshinweiskarte der Stadt Kehl sind in Ausgleichsflächen mit sehr hohem Schutzbedarf „bauliche Eingriffe gänzlich zu vermeiden“.
- In der Stadtklimaanalyse/Planungshinweiskarte der Stadt Kaiserslautern müssen die Funktionen der Ausgleichsflächen mit sehr hohem Schutzbedarf „erhalten bleiben“ und
- in der Stadtklimaanalyse/Planungshinweiskarte der Stadt Neumünster heißt es ebenfalls, dass in Ausgleichsflächen mit sehr hohem Schutzbedarf „bauliche Eingriffe gänzlich vermieden werden sollen“.
Auch das vom Land Thüringen in Auftrag gegebenen Fachgutachten „Klimabewertung Freistaat Thüringen“, das allen Kommunen seit dem Jahr 2019 vorliegt und auf das jeweilige Stadtgebiet bezogen kleinräumlich untersetzte Klimabewertungen als Grundlage auch für die Bauleitplanung vornimmt, gibt für Ausgleichsräume mit sehr hohem Schutzbedarf folgende Bewertungsgrundlage vor: „Aktives Kaltluftentstehungsgebiet im direkten Wirkzusammenhang zum bebauten Bereich, Schutzkategorie hoch. Landnutzungsänderungen, Bebauung und Emissionen müssen vermieden werden.“ (Quelle: Fachgutachten Klimabewertung als Fachbeitrag „Klimaökologische Ausgleichsleistung für die Regionalplanung Thüringens. Ergebnis des COKAP-Forschungsprojektes 2019").
Warum in der Stadtklimaanalyse/Planungshinweiskarte der Stadt Weimar hier eine „Aufweichung“ der Bewertungsmaßstäbe für die Ausgleichsräume mit sehr hohem Schutzbedarf vorgenommen wurde, ist nicht nachvollziehbar.
- Die ausgewiesenen Ausgleichsräume mit sehr hohem Schutzbedarf müssen auch in Zukunft von einer Bebauung freigehalten werden. Nur dadurch kann ihre Schutzfunktion für das gesamte Stadtklima erhalten werden!
Zentraler Ansatz für die Verbesserung der klimatischen Situation in Siedlungsgebieten ist die Sicherung oder Herstellung von klimaaktiven Flächen (Ausgleichsräume mit Frischluft und Kaltluftproduktionsfunktion) sowie die Sicherung oder Wiederherstellung von Lüftungsbahnen, auf denen Frisch- und Kaltluft in die Siedlungsgebiete transportiert werden kann. Diese eindeutige Aussage und Maßnahmeverpflichtung für Kommunen in der Bauplanung enthält nicht nur der Klimaleitfaden Thüringen, sondern auch die Kommunale Hitze-Toolbox Thüringen (Maßnahme C10) - Kommunale Hitze-Toolbox Thüringen – Frühzeitig im Hitzeschutz aktiv werden | Zentrum KlimaAnpassung (zentrum-klimaanpassung.de).
- Es müssen stadtklimatische Baubeschränkungsbereiche entsprechend dem sehr hohen Schutzbedarf der noch vorhandenen Ausgleichsräume eingerichtet werden!
- Die zehn „Steckbriefe“ und die darin enthaltenen Gesamteinschätzungen für das jeweilige Gebiet fußen auf einer subjektiven Einschätzung der GutachterInnen, die – auch im Vergleich einzelner Steckbriefe miteinander – oftmals nicht nachvollziehbar und damit als objektive Entscheidungshilfen unbrauchbar sind (weiterlesen - Verweis auf nächste Ebene.).
Bewertungen in den „Steckbriefen“ müssen objektiv und nachvollziehbar sein
Der Abschlussbericht (Langfassung) der Stadtklimaanalyse beschreibt auf Seite 100 den Umgang und die Herangehensweise mit den zehn in der Stadtklimaanalyse besonders herausgehobenen und untersuchten Entwicklungsflächen, den sogenannten „Steckbriefen“: „Die Entwicklungsflächen wurden in einem ersten Schritt wie der Wirkraum bewertet und danach gutachterlich überprüft, indem die Auswirkungen auf die Nachbarschaft analysiert und bewertet wurde. Weiterhin wurde geprüft, ob eine Entwicklungsfläche in einer Kaltluftleitbahn liegt oder einen signifikanten flächenhaften Hangabfluss aufweist, und das Ausmaß der betroffenen Siedlungsgebiete bewertet (siehe Tabelle 22). Im Ergebnis wurden die Entwicklungsflächen nach ihrer stadtklimatischen Verträglichkeit eingestuft und mit Hinweisen zur Bebaubarkeit versehen.“
Die der „gutachterlichen“ Bewertung zugrunde gelegten und in Tabelle 22 auf Seite 100 des Abschlussberichts dargestellten Bewertungskriterien sind jedoch sehr subjektiv und wurden in nicht nachvollziehbarer Weise angewandt – was zu nicht gerechtfertigten bzw. „willkürlichen“ Ergebnissen führt.
Dies wird beispielhaft an einem Vergleich der beiden Entwicklungsflächen „Merketal“ einerseits und „Böckelsberg“ andererseits verdeutlicht:
- Während für das Entwicklungsgebiet „Böckelsberg“ eine Entwicklung nur mit einem sehr hohen Bedarf an stadtklimatisch optimierenden Maßnahmen für möglich erachtet wird (rotbraune Schraffur), wird
- für das Entwicklungsgebiet „Merketal“ eine Entwicklung mit optimierenden stadtklimatischen Maßnahmen für möglich erachtet (gelbe Schraffur).
- D.h. laut Planungshinweiskarte: im „Merketal“ könnte gebaut werden – im Gebiet „Böckelsberg“ jedoch nicht.
Diese Ergebnisse sind nicht nachvollziehbar:
- Zwar ist die Ausgangssituation beider Gebiete ähnlich, beide Gebiete liegen am südlichen Stadtrand, sind in etwa gleich groß und grenzen auch an bereits vorhandene Siedlungsflächen an.
- Jedoch gibt es sowohl bei der stadtklimatischen Ausgangssituation als auch im Zukunftsszenario Unterschiede:
- Das Gebiet am „Böckelsberg“ weist lediglich einen hohen Kaltluftvolumen-strom auf; das „Merketal“ weist dagegen einen sehr hohen bis hohen Kaltluft-volumenstrom auf.
- Der „Böckelsberg“ liegt innerhalb eines flächenhaften Hangabflusses, das „Merketal“ liegt innerhalb einer linienhaften Kaltluftleitbahn.
- Der „Böckelsberg“ liegt zum Teil in einem Ausgleichsraum mit „nur“ hohem Schutzbedarf, das „Merketal“ liegt komplett in einem Ausgleichsraum mit sehr hohem Schutzbedarf.
- Im Zukunftsszenario steigt die Nachttemperatur auf der Fläche am „Böckelsberg“ mit einer Bebauung im Mittel „nur“ um 3,9 Grad, im „Merketal“ dagegen würde eine Bebauung zu einem Anstieg der Nachttemperatur um 4,5 Grad führen.
- Im Zukunftsszenario tritt durch eine Bebauung am Tag eine starke Wärmebelastung auf der Fläche am „Böckelsberg auf, im „Merketal“ tritt am Tag durch eine Bebauung dagegen eine extreme Wärmebelastung auf.
- Auf den angrenzenden Siedlungsflächen am „Böckelsberg“ käme es durch eine Bebauung zu einer Erhöhung der nächtlichen Lufttemperatur um 2 Grad, die angrenzende Bebauung im „Merketal“ hingegen würde durch eine Bebauung eine Erhöhung der Nachttemperatur um 2,1 Grad erfahren.
- Diese zum Teil erheblichen Unterschiede finden in dem Bewertungsergebnis bezüglich der Bebaubarkeit der beiden Entwicklungsgebiete jedoch keine entsprechende Berücksichtigung:
- Während das Gebiet „Böckelsberg“, das schon derzeit eine bessere klimatische Situation als das „Merketal“ aufweist und auch bei einer Bebauung weniger klimatisch belastet würde, als für eine Bebauung ungeeignet eingestuft wird,
- soll eine Bebauung des „Merketals“ mit einer gegenüber dem „Böckelsberg“ schon jetzt größeren stadtklimatischen Bedeutung (Kaltluftvolumenstrom) und größeren negativen Veränderungen der Nachttemperatur im Fall einer Bebauung (+ 4,5 Grad gegenüber + 3,9 Grad am „Böckelsberg“) möglich sein.
- Diese unterschiedlichen und auf der Grundlage der in den beiden Steckbriefen niedergelegten Daten und Fakten nicht nachvollziehbaren Ergebnisse bzw. Empfehlungen entbehren jeder Logik. Sie dürfen nicht die Grundlage für weitreichende und nicht revidierbare Entscheidungen über Baumaßnahmen sein – zumal im Steckbrief des „Böckelbergs“ zu den Auswirkungen der modellierten Bebauung auf angrenzende Siedlungsflächen steht: „In beiden Fällen werden größtenteils Funktionsflächen oder Parkplatzflächen beeinflusst, so dass davon auszugehen ist, dass in diesem Bereich die Beeinflussung auf die Bevölkerung nicht groß sein sollte.“
- Die „Steckbriefe“ müssen unter Zugrundelegung objektiver Kriterien bewertet werden und nicht wie es scheint“ willkürlich“ bzw. vom gewünschten Ergebnis hergeleitet. Die objektive Bewertung der Steckbriefe muss auch unter Zugrundlegung der Ergebnisse eines zweiten, realistischen Klimawandelszenarios erfolgen!
Unsere Forderungen an die Stadt Weimar:
Insbesondere die vorgenannten Punkte führen unserer Meinung nach zu dem klaren Ergebnis, dass die Klimafunktionsanalyse in der vorliegenden Form nicht zur Planungsgrundlage bzw. zum Argument für später nicht revidierbare Entwicklungsvorhaben im Baubereich werden darf.
Denn als oberstes Handlungsziel aller Entscheidungsträger der Stadt Weimar muss – um es mit den eigenen Worten der Stadt Weimar auszudrücken – diesbezüglich gelten: In hitzebelasteten Gebieten muss durch Maßnahmen zur Hitzeminderung das Lokalklima verbessert und in weniger belasteten Gebieten ein funktionierendes klimatisches System erhalten werden.
Unsere aus diesen Hauptkritikpunkten abgeleiteten Forderungen lauten:
- Die Stadtklimaanalyse muss zumindest um ein zweites Szenario mit einem Klimawandelsignal von z.B. plus 3,0 Grad bis zum Jahr 2045 ergänzt werden!
- Die stadtnahen Ausgleichsräume mit sehr hohem Schutzbedarf müssen von jeglicher Bebauung freigehalten werden!
- Es müssen stadtklimatische Baubeschränkungsbereiche entsprechend dem sehr hohen Schutzbedarf der noch vorhandenen Ausgleichsräume eingerichtet werden!
- Es muss eine Neubewertung der „Steckbriefe“ unter Zugrundelegung objektiver Kriterien sowie auch unter Zugrundlegung der Ergebnisse eines zweiten, realistischen Klimawandelszenarios erfolgen!
Unser Appell an die Stadtspitze:
Sehr geehrter Herr Kleine, sehr geehrte Frau Dr. Kolb, sehr geehrte Verantwortliche der Stadtverwaltung Weimar,
„Die Stadt Weimar erkennt die Notwendigkeit von Klimaschutz und Klimaneutralität an.“ – Dies hat der Stadtrat der Stadt Weimar am 4.3.2020 mit großer Mehrheit beschlossen. Seit diesem Beschluss hat sich der Klimawandel auch in Thüringen und Weimar weiter verschärft – wir haben eine deutliche Zunahme von Hitzewellen und sommerlichen Extremtemperaturen erlebt. Dies hat besondere Auswirkungen auf die Gesundheit der Bevölkerung in den Städten und Kommunen. Ältere Menschen, Schwangere, Kleinkinder und Menschen mit Vorerkrankungen gehören zu den vulnerablen Gruppen unserer Gesellschaft, die erheblich unter solchen Hitzeereignissen leiden.
Bitte legen Sie bei Ihren künftigen Handlungen und Entscheidungen mit Auswirkungen für die Zukunft der Stadt Weimar und seine Bevölkerung den zuvor genannten Beschluss als Handlungsmaxime zugrunde. Und bewirken Sie vor diesem Hintergrund eine Überarbeitung und Anpassung der Stadtklimaanalyse, denn diese wird in der vorliegenden Form dem Anspruch und Inhalt des Beschlusses des Stadtrats der Stadt Weimar vom 04.03.2020 nicht gerecht.
Informationsveranstaltung für Bürger: Vorstellung Klimaanalyse und Verkehrstechnischer Untersuchung II am 26.11.25 in der This
Die Stadt Weimar lädt alle Interessierten zur Vorstellung der Klimaanalyse und der zusätzlichen Verkehrstechnischen Untersuchung für das geplante Wohngebiet „Im Merketal II“ ein:
Datum: Mittwoch, 26. November 2025
Zeit: 18:00 – 19:30 Uhr
Ort: Aula der ThIS, Belvedere Allee 40, 99425 Weimar
Stellungnahme zum Entwurf „Vorsorgende Klimaanpassungsstrategie für den Freistaat Thüringen 2025“ - Schutz klimaaktiver Flächen muss noch mehr Bedeutung zukommen!
Als um die Entwicklung des Stadtklimas und den sich daraus ergebenden Folgen für die Stadtentwicklung insbesondere von Weimar besorgte Bürgerinnen und Bürger haben wir den Entwurf der Klimaanpassungsstrategie mit großem Interesse und mit grundsätzlicher Zustimmung gelesen und im Rahmen der Öffentlichen Beteiligung an der Thüringer Klimaanpassungsstrategie eine Stellungnahme gegenüber dem Umweltministerium abgegeben. In der Stellungnahme wurden vornehmlich Vorschläge zu den Themenbereichen
• „Stadtklima“,
• „Schutz klimaaktiver Flächen“ und
• „Schaffung stadtklimatischer Baubeschränkungsbereiche“ abgegeben, da diese Themenbereiche aus hiesiger Sicht noch nicht ausreichend in dem Entwurf der Klimaanpassungsstrategie Thüringen 2025 enthalten sind bzw. verstärkt zum Ausdruck gebracht werden sollten.
Kaltluftentstehungsgebiete und –leitbahnen – Erhalt und Entwicklung:
“Kaltluft ist die geländeklimatisch wichtigste Erscheinung in Thüringen, da sie überwärmte Siedlungskörper des Nachts abkühlt und überwiegend unbelastete Frischluft liefert. Kommunen sollten dieses Potenzial ausschöpfen und Kaltluftentstehungsgebiete in der Stadt und im Umland erhalten und ausbauen sowie der Kaltluft den Weg in thermische Belastungsgebiete im Sinne eines klimagerechten Flächenmanagements freihalten.“ (aus: Klimaleitfaden-Thüringen)
Fazit: Das Merketal darf nicht bebaut werden!!
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Wir sind Blühpaten! Die Saat ist schon aufgegangen.
Nun hoffen wir auf günstiges Wetter, damit die Saat gut aufgeht und die Bienen (und auch die Spaziergänger) ihre Freude daran haben. Vielen Dank an alle Spender, die sich an der Finanzierung beteiligt haben!
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Anfrage an den Klimabeirat der Stadt: Ein Jahr später – nichts ist passiert!
Beim Beirat für Klimaschutz und Klimafolgenanpassung haben wir im Januar 2024 – vor mehr als einem Jahr – schriftlich einen Tagesordnungspunkt zu stadtklimatischen Baubeschränkungsbereichen für die Stadt Weimar beantragt. Leider ist in dieser Sache bisher nichts passiert. Auf Nachfrage im Januar 2025 erhielten wir eine unkonkrete Antwort ohne Terminhorizont. Klimaschutz für Weimar – Chefsache?
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Fragen an das Thüringer Landesamt für Statistik - und Antworten
Eine schriftliche Anfrage an das Thüringer Landesamt für Statistik zur Bevölkerungsvorausberechnung bekamen wir zügig und informativ beantwortet.
Wir wendeten uns an das Thüringer Landesamt für Statistik, um nach den Gründen für die unterschiedlichen Prognosen zur Bevölkerungsentwicklung in Weimar des Thüringer Landesamtes für Statistik (TLS) und des Bundesinstituts für Bau, Stadt- und Raumforschung (BSSR) zu fragen. Dazu haben wir sehr schnell eine aussagekräftige Antwort des TLS erhalten. Es gibt nun eine neue (aufgrund des Zensus 2022) Prognose des BSSR, die für Weimar jetzt sogar von einem Rückgang der Bevölkerung bis 2045 um 3,4 % auf dann 63.200 Personen ausgeht. Die Gründe für die unterschiedlichen Prognosen liegen vor allem in unterschiedlichen Annahmen zur Lebenserwartung und insbesondere bei den Wanderrungsannahmen (Zu- und Wegzüge).
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Kurs zum Klimaschutz an der Volkshochschule Weimar
Interessierte können sich an der Volkshochschule Weimar zum Klimaschutz und Klimawandel weiterbilden. Der Kurs "klimafit" startet am 9. April und ist gratis. Darüber informiert ein Artikel in der Thüringer Landeszeitung am 25.03.2024.
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Anmeldung des Tagesordnungspunktes "Stadtklimatische Baubeschränkungsbereiche für die Stadt Weimar"
Mit über 100 Unterstützerunterschriften reichten wir am 03.01.2024 die Anmeldung des Tagesordnungspunktes "Stadtklimatische Baubeschränkungsbereiche für die Stadt Weimar" für die nächste Sitzung des Beirats für Klimaschutz und Klimafolgenanpassung der Stadt Weimar ein.
Veranstaltung der Stadt zur Aufnahme von Hinweisen für die wiederholte Verkehrstechnische Untersuchung
Ankündigung in TA am 07.10.2023
Gespräche mit den Stadtratsfraktionen
Über den Sommer waren wir nicht untätig. Wir stellten unser Anliegen und unsere Argumente in verschiedenen Terminen den Fraktionen des Weimarer Stadtrats vor.
Kooperationsgespräche auf dem Tag der Landwirtschaft am 05.02.2023 in Holzdorf
Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft Mitteldeutschland lud am 05.02.2023 nach Holzdorf ein. Vertreter unserer Initiative nahmen an der Veranstaltung teil, es war eine interessante Plattform für Erfahrungsaustausch, Fachinformationen und Gespräche.
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Beitrag im Thüringen Journal des mdr am 25.01.2023
Bei einem Drehtermin vor Ort am Feldrand des Merketals standen drei Vertreterinnen unserer Initiative dem mdr Rede und Antwort zu Problemen um das geplante Bauprojekt und die drohende Flächenversiegelung:
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Analyse zur Entwicklung der Baukosten
Angesichts offenbar bestehender Überversorgung mit Wohnraum und den gesetzten Ansprüchen an das Baugebiet betrachtet das Energie Effizienz Institut Weimar die Frage, in wieweit die Baukostenentwicklung die Vermarktbarkeit eines weiteren Baugebietes beeinflusst.
Bedarfsanalyse zum Wohnraum nach Bevölkerungsentwicklung
Das Energie Effizienz Institut Weimar hat den Bedarf an Wohnraum in Relation zur Bevölkerungsentwicklung aktuell betrachtet und die Entwicklung übersichtlich dargestellt.
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Kontoverse Diskussion zur Einwohnerversammlung am 01.12.2022
Wir stellten das Projekt zu Bebauung des Merketals unter Berücksichtigung alter und neuer Fakten unter breiter Bürgerbeteiligung wiederholt in Frage. Die Thüringer Allgemeine berichtete.
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Vorstellung der Verkehrstechnischen Untersuchung durch die Stadt
Am 23.11.2022 stellten Vertreter der Stadt Weimar im Rahmen einer kurzfristig anberaumten Veranstaltung die Ergebnisse der Verkehrstechnischen Untersuchung für 200 bis 400 Wohneinheiten vor. Die Thüringer Allgemeine berichtete.
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Weimarer Umweltpreis mit Beteilung unserer Initiative im Rathauskurier
Neben den beiden Preisträgern wurden im Rathauskurier auch die drei weiteren Beiträge kurz vorgestellt, siehe PDF rechts oben.
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Resonanz von Stadt und Presse zum Weimarer Umweltpreis
Es wurden insgesamt fünf Ideen zum Umweltpreis 2022 eingereicht. Platz 1 und 2 erhielten Weimarer für die Gestaltung privater Gärten. Unserem Projekt wurde eine Anerkennung zuerkannt.
Die lokale Presse berichtete über die beiden Erstplatzierten: "Zwei Weimarer Vorzeigegärten in Bahnhofsnähe erhalten Prämien in Gesamthöhe von 2000 Euro." Die Ideen der drei weiteren Einreichungen fanden keine Erwähnung.
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Unser Beitrag zum Umweltpreis Weimar
Wir beteiligten uns am Wettbewerb mit einem kreativen Konzept zur Nutzung des Merketals: Unsere Idee zum Urban Gardening regt innovative Stadtgartenprojekte nicht nur zur alternativen Nutzung des Merketals sondern auch auf anderen geeigneten Flächen der Stadt an.
Die Einreichung erfolgte schriftlich, danach nahmen wir die Gelegenheit zur persönlichen Präsentation unseres Impulses wahr.
Teilnahme am Weimarer Umweltpreis
Die Stadt Weimar hat einen Umweltpreis für Ideen zum Schutz des Bodens ausgelobt. Wir beteiligen uns daran mit einem kreativen Konzept zur Nutzung des Merketals.
Unseren Beitrag werden wir demnächst hier veröffentlichen.
Einwohnerzahl sinkt, Temperatur steigt in Weimar
Die Einwohnerzahl ist in den letzten Jahren nur geringfügig gestiegen – seit 2019 sogar leicht rückläufig.
- das Monitoring schätzt die weitere Entwicklung seitwärts ein; für Oberweimar-Ehringsdorf (wo "unser" Feld bebaut werden soll) ebenso
- die Alterung der Bevölkerung hat sich weiter fortgesetzt (unser Stadtteil hat mit das höchste Durchschnittsalter; es werden also perspektivisch auch Bestands-Objekte in den Verkauf/Neuvermietung kommen)
- die Anzahl der Haushalte (Nachfrager auf dem Wohnungsmarkt) stagniert seit 2018
- das Wohnungsangebot hat durchweg zugenommen
- es gibt eine Leerstandsquote (können wir aus eigenen Erfahrungen unserer Mitglieder bestätigen)
- die Zahl der Bautätigkeiten ist weiter dynamisch (u.a. Alter Schlachthof mit 550 Wohneinheiten, Schöndorf Classic Center, Weimar- Nord Panoramablick, Lützendorfer Str. etc. - wir berichteten bereits in früheren Mails)
- die Baufertigstellungen sind höher als z.B. in Erfurt
Vor dem Hintergrund dieser aktuellen Zahlen stellt sich einmal mehr die Frage nach der Notwendigkeit einer Bebauung nun auch "auf der grünen Wiese"sprich der landwirtschaftlich genutzten Fläche "Merketal", mit der ein weiterer Flächenfraß bislang unversiegelten Bodens einhergeht. Und das im unmittelbaren Einzugsgebiet von landschaftlichen Grabensystemen, die für Frischluftversorgung bedeutend und geschützt sind. Nach wie vor unverständlich, dass die LEG als landeseigene Gesellschaft hier Hauptakteur sein möchte.
Laut Bericht in der TA vom 22.01.2022 sagen Klimamodelle für Weimar bis 2050 eine um 2,7 Grad höhere Temperatur im Jahresmittel voraus, wenn die Treibhausgas-Emissionen ungebremst so weitergehen. Hitzetage nehmen spürbar zu mit gesundheitlichen Belastungen für die Bürger. Schattenspender und kühle Orte werden lt. Forschern immer wichtiger.
Die Errichtung von Wohnbauten/Geschossbauten in einem Gebiet, das die Stadt jetzt mit Frischluft versorgt, schätzen wir im Hinblick auf diese Daten als völlig kontraproduktiv ein.
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Die Presse berichtet
Ein Artikel in der Thüringer Allgemeinen berichtet über unsere Proteste gegen die Bebauung des Merketals und die Ignorierung unsere Klimaschutzargumente bei der Einwohnerversammlung auf dem Sportplatz Lindenberg.
Bürgerinitiative präsent bei der Einwohnerversammlung Oberweimar-Ehringsdorf am 22.09.2021
Einwohnerversammlung Oberweimar-Ehringsdorf am 22.09.2021
Das Merketalprojekt wurde trotz Nachfrage im Vorfeld der Veranstaltung nicht als Tagesordnungspunkt aufgenommen. Dafür ging es um Geschwindigkeitsmessungen, Verkehrliche Neuordnung Plan, Schulneubau Am Hartwege, Neugestaltung von Spielplätzen, Grünflächen und Blühinseln, Naturschutz (Brauereiteiche, Quellen, Schanzengraben), 100-Jahr-Feier Eingemeindung.
Lediglich der letzte Punkt der Tagesordnung, "Fragen der Einwohner", ließ Fragen zum Thema Bebauung des Merketals zu. Wir fragten zum Fortgang des Projektes und darüber hinaus vor allem nach Aspekten zu Natur- und Klimaschutz, Flächenversiegelung und Vorsorgeplänen bei Starkregen und zur Enteignung von Privatgärten.
Antworten: Ein Verkehrskonzept als erster Schritt wurde noch nicht beauftragt, das wird nächstes Jahr werden; Natur- und Klimaschutz, Flächenversiegelung, Starkregen werden nicht als Problem angesehen; eine Enteignung von privaten Grundstücken ist für die Umsetzung des Projektes möglich und notwendig.
Letzter Punkt wurde auf der Einwohnerversammlung vor einem Jahr von OB Kleine noch mit Nachdruck ausgeschlossen.
Stellungnahme der Landesregierung zu unserer Petition angefordert
Unsere Petition auf der Website des Petitionsausschusses des Thüringer Landtages konnte bis zum 23. August 2021 mitunterzeichnet werden. Es kamen auf dieser Plattform noch einige Stimmen dazu, die Gesamtanzahl reicht für eine öffentliche Anhörung jedoch nicht aus. Also wird der Petitionsausschuss nun ohne Öffentlichkeit über unser Anliegen befinden. Man hat eine Stellungnahme der Landesregierung angefordert, und diese Antwort muss dem Ausschuss erst vorliegen. Wir informieren weiter, wenn es Neuigkeiten gibt.
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Einreichung unseres Anliegens beim Petitionsausschuss des Thüringer Landtages
Die Unterschriftenlisten mit mehr als 1.000 Unterzeichnern aus unserer klassischen Unterschriftenaktion sowie jener der Facebook-Plattform haben wir beim Petitionsausschuss des Thüringer Landtages eingereicht. Unsere Petition wird nun der Landesregierung zur Stellungsnahme zugeleitet.
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Meinungsaustausch am Feldrain mit Oberbürgermeister und weiteren Vertretern der Stadt
Am 27. Mai trafen wir uns mit Oberbürgermeister Peter Kleine, Dr. Claudia Kolb, Beigeordnete
für Bauen und Stadtentwicklung, Bernward-Justus Fechtel, Stadtentwicklungsamt und Ines Bolle, Ortsteilbürgermeisterin, vor Ort am Feldrain zum Meinungsaustausch.
Die Argumente unserer Bürgerinitiative bezüglich Klimaschutz und Bedarfsanalyse wurden von den Vertretern der Stadt nicht erhört. Es hieß, die Versiegelung der Fläche durch Bebauung sei entschieden, es ginge nur um das Wie.
Die Vertreter der Stadt boten an, im laufenden Planungsprozess Ideen der Anwohner einzubeziehen. Unsere Bürgerinitiative engagiert sich jedoch nach wie vor für einen Erhalt des Naturraumes, so dass keine abschliessende Übereinkunft erzielt wurde.
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Wir engagieren uns weiter! Wir als Bürgerinitiative werden nicht schweigen, sondern auch weiterhin versuchen, uns Gehör zu verschaffen.
Mit Beschluss vom 10.02.2021 haben Weimars Stadträte entschieden, die der Stadt Weimar gehörende Fläche im Merketal wie geplant an die LEG zu verkaufen. Die Realisierung eines weiteren Bauprojektes enormen Ausmasses mit einem Flächen-Neuverbrauch von zahlreichen Hektar und seinen negativen Folgen für Mensch und Natur in unserer Stadt rückt damit einen Schritt näher.
Diese Entscheidung enttäuscht uns sehr. Ebenso sind wir fassungslos über die Art und Weise, wie große Teile der von uns gewählten Stadträte im Vorfeld mit unserem Engagement als Bürgerinitiative umgegangen sind. Ein Brief an den Oberbürgermeister wurde nicht beantwortet und einen offenen Diskurs über das Projekt hat lediglich die Fraktion B90/Die Grünen mit uns geführt. Wir haben den Eindruck, dass die Stadtspitze es tunlichst vermeiden möchte, dass unsere Informationen und kritische Nachfragen an eine breitere Öffentlichkeit gelangen.
Nach wie vor sind wir der Meinung, dass die Stadt Weimar mit einer Baugenehmigung für das Gebiet Merketal II einen umwelt- und klimapolitisch nicht wiedergutzumachenden Fehler begeht. Die nachteiligen Folgen, die wir sehen, hatten wir auf unserer Website bereits detailliert beschrieben. Der von Wissenschaftlern geforderte und von vielen (Landes-)Regierungen auf der Agenda stehende Schutz von Umwelt, Natur und Klima kann nur gelingen, wenn auch bei uns vor der Haustür ein Umdenken stattfindet.
Die CDU-Fraktion fordert, den Naherholungswert der Stadt Weimar zu steigern. Dafür soll ein Konzept erarbeitet werden. Es soll eine Zählung der Kleingärten erfolgen, da es in der Stadt zu wenig davon gibt. Als weitere Forderung haben wir den Vorschlag gelesen, dass Blühstreifen zum Insektenschutz angelegt werden sollen. B90/Die Grünen unterstützen aus Gründen des Umwelt- und Naturschutzes die Initiative, das EOW-Gelände zu renaturieren. Der Oberbürgermeister pflanzt Bäume auf der Marienhöhe und betont deren Wichtigkeit für ein gesundes Stadtklima sowie die Notwendigkeit weiterer "Kraftanstrengungen, um diesen Schatz angesichts des Klimawandels zu bewahren."
Wie können die gleichen handelnden Personen dann auf der anderen Seite damit einverstanden sein, dass ein so grosser Naturraum wie das Merketal ebenfalls unter Beton verschwindet, obwohl bereits jetzt riesige Bauvorhaben in der Stadt im Gange sind ? Das Merketal ist unserer Meinung nach wie geschaffen dafür, all die oben genannten Ziele zu vereinen und das mit relativ kleinem Aufwand. Wenn zu wenig Kleingärten vorhanden sind - lasst uns das Gebiet für Kleingärten umnutzen. Der Naherholungswert kann somit ohne großen Aufwand enorm gesteigert werden. Pflanzt Bäume, legt Streuobstwiesen an - die Tierwelt wird sich freuen, die Versorgung mit Sauerstoff verbessert die CO2-Bilanz. Die Kosten für Rückbau von Gebäuden auf dem EOW-Gelände könnten eingespart werden. Man muss sich keine Gedanken mehr über Immissionen, Verkehrskonzepte, jetzt nicht bezifferbare Nachfolgekosten und das schlechte Image von Merketal II machen.
Diese Idee umzusetzen, wäre ein ehrliches und zukunftsweisendes Bekenntnis der Stadt Weimar zu Klimaschutz und Nachhaltigkeit, der die Bürger von der Ernsthaftigkeit der Aussagen der Stadtfraktionen zu diesem Thema hervorragend überzeugen und sicher auch überregional Aufmerksamkeit auf sich ziehen würde. Nicht zuletzt wird es Einfluss auf das Verhalten der Bürger bei kommenden Wahlen haben.
Wir fordern daher die Stadträte von Weimar auf, die Notbremse zu ziehen, solange noch Zeit dafür ist.
Wir als Bürgerinitiative werden nicht schweigen, sondern auch weiterhin versuchen, uns Gehör zu verschaffen.
Ein Zitat von John Lennon aus "Imagine" fällt uns in diesem Zusammenhang ein:
"You may say I´m a dreamer, But I´m not the only one..."
Schwarze Stunde für das Merketal: Der Stadtrat beschließt den Verkauf der städtischen Flächen an die LEG.
Schwarze Stunde für das Merketal: Der Stadtrat stimmt dem Verkauf an die LEG mit knapper Mehrheit (21:19 Stimmen) zu.
Befürworter des Verkaufs sind alle Mitglieder der Fraktionen von CDU, Weimarwerk, SPD. Dagegen stimmten die Grünen, die Linke und die AfD.
Kamingespräch am 04.02.2021, Bauhaus Universität Weimar
Im Rahmen der Kamingespräche der Bauhaus Universität Weimar am 4. Februar beteiligten wir uns auf Einladung an der Diskussion um die anstehende Entscheidung rund um den Flächenverkauf im Merketal und die Ausweisung eines neuen Gewerbe- und Sondergebietes in Gelmeroda.
Kontroverse Standpunkte legten neben unserer Bürgerinitiative Mitglieder der Fraktionen im Stadtrat BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, SPD, der Stadtverwaltung und der LEG dar. Die Diskussion verfolgten über 70 interessierte Zuhörer, die sich rege am Gespräch beteiligten
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"Der Acker nebenan" Erinnerung von Erich Vollandt, 1977
Der Großvater eines Anwohners teilt mit uns seine Erinnerungen an das Merketal seit den 1930er Jahren. Ein Stück Zeitgeschichte, lesenswert!
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Aufruf an Stadträte - Nein zur Bebauung des Merketals! Ein "Weiter so" darf es nicht geben!
Vor der Sitzung des Stadtrates am 10.02.2021 erhalten alle Stadträte einen Brief und eine Protestnote zum Nachdenken um unserer Forderung, den Verkauf des Geländes an die LEG zu stoppen um eine unnötige Bebauung zu verhindern, Nachdruck zu verleihen.
Entsetzen zum Städtebaulichen Grundvertrag zwischen der Stadt Weimar und der LEG
Das Bauvorhaben und damit die Zerstörung im Merketal nimmt hiernach
offensichtlich immer größere Ausmaße an.
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Diskussion um Stadtentwicklung hält an – Auszug TA vom 01.12.2020
In der Darstellung des Baugebietes wurden die Besitzverhältnisse falsch eingezeichnet. 2/3 der Fläche gehören der Stadt Weimar, die sie nun an die LEG veräußern möchte. 1/4 ist bereits im Besitz der LEG. Der Rest befindet sich im Privatbesitz.
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Stellungnahme der Initiative "Bürger für den Erhalt des Naturraumes Merketal" zur Berichterstattung der Stadt Weimar zur geplanten Bebauung des Gebietes
Seit Bekanntwerden der Absicht der Stadt Weimar eine bislang bewirtschaftete Ackerfläche im Merketal an die LEG zu verkaufen, um diese einer späteren Wohnbebauung zuführen zu können, engagiert sich unsere Bürgerinitiative für den Erhalt dieses Naturraumes. Wir sehen den Erhalt des Naturraumes Merketal nicht nur im Interesse der Anwohner sondern als wichtigen Beitrag der Stadt Weimar zu den Themen Klimaschutz und Engagement für eine nachhaltige Zukunft. Diese Meinung teilen mittlerweile mehr als 500 Menschen (siehe unsere Website www.merketal.de); darunter auch Einwohner aus anderen Stadtvierteln Weimars. Es ist keine neue Erkenntnis, muss in diesem Zusammenhang aber nochmals erwähnt werden: Flächenverbrauch und Bodenversiegelung haben erhebliche negative Auswirkungen auf (lokales) Klima, Naturschutz und Wasservorräte.
Nachfrage zum Rathauskurier - Stabsstelle für Klimaschutz, Nachhaltigkeit und Energie antwortet...
... Wie Sie vollkommen richtig bemerkt haben, sieht das Klimaschutzkonzept der Stadt Weimar vor, die Neuversiegelung von Flächen für Bauvorhaben so gut es geht zu reduzieren und statt dessen eine Nachverdichtung bzw. Nachnutzung von Konversionsflächen anzustreben. Bei den zuletzt geschaffenen Baugebieten (Schlachthof, Marcel-Paul-Straße, Lützendorfer Straße) ist dieser Handlungsansatz auch befolgt worden...
Zum herunterladen und lesen
- Offener Brief an den Bürgermeister und Stadtrat vom 09.10.2020 zum Nachlesen
- Download "Fragen an den Stadtrat" zum Nachlesen und Ausdrucken
- Für mehr Informationen meldet euch per E-Mail an post@merketal.de
Aussage vom THÜRINGER LANDESVERWALTUNGSAMT
"Das Merketal ist lediglich in der Bezeichnung des Vorranggebietes Freiraumsicherung FS-110 weggefallen, da es zum Talsystem des Schanzengrabens gehört. In der Raumnutzungskarte sind die Ausweisungen im Vergleich zum Regionalplan von 2011 im Wesentlichen gleichgeblieben. Das heißt das Merketal ist ebenfalls wieder als Vorranggebiet Freiraumsicherung vorgeschlagen. Statt der Bezeichnung Merketal ist der benachbarte Papiergraben aufgenommen worden, um alle drei Talsysteme dieses Vorranggebietes zu benennen."
